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Tagungen 17. WP
03.08.2016, 09:23 Uhr | Rotes Rathaus
 
Trotz Erfolgen noch viel zu tun - Sonderveranstaltung des Landespflegeausschusses (LPA)
Am 18.07.2016 fand im Roten Rathaus nun endlich eine Veranstaltung des LPA zum Thema „Bürgerliches Engagement in der Pflege: Kooperation statt Substitution“ statt. Der Termin war seit vergangenen Jahr immer wieder verschoben wurden.
Rotes Rathaus - Teilnehmer waren vor allem Praktiker aus unterschiedlichen Einrichtungen der Pflege und Beratung. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Matz, Vorsitzender des Landespflegeausschusses, ordnete Staatssekretärin Dunger-Löper, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund, Europabeauftragte und Beauftragte für das Bürgerschaftliche Engagement, die Tätigkeit von Ehrenamtlichen als notwendigen Bestandteil zur optimalen Lösung von Aufgaben in der Pflege ein.

Drei Impulsreferate kennzeichneten Notwendigkeiten, Bedingungen und Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements in der Pflege.

Im Referat von Frau Prof. Dr. Krichelsdorff, Katholische Hochschule Freiburg, wurden neben den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen (u. a. mehr Menschen werden älter, weniger Jüngere, Zunahme Alleinstehender, höherer Anteil kinderloser Ehepaare) auch Modelle bürgerlicher Beteiligung vorgestellt. Aus der Sicht wissenschaftlicher Erkenntnisse ist eine neue „Pflegekultur“ erforderlich, die in einem Mix von professioneller und ehrenamtlicher Tätigkeit bei sozialpolitischer Eingebundenheit besteht.

Frau von Borstel, Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V., hat in ihrem Referat anhand von Zahlen sowohl die Situation der Betroffenen als auch die der für die Pflege zuständigen Einrichtungen beschrieben.

Aus der Sicht des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg wurden Einrichtungen und Arbeitsweisen bürgerschaftlichen Engagements vorgestellt.

Drei Workshops boten vielfältige Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs und der Gewinnung neuer Erkenntnisse. Unter dem Rahmenthema „Bürgerschaftliches Engagement in der Pflege“ ging es im
  • Workshop 1 um Möglichkeiten, Formen und Grenzen,
  • Workshop 2 um Fragen und Anerkennung und Beteiligung,
  • Workshop 3 um Nachbarschaftliche Hilfenetze im Sozialraum.
Die Mitglieder des LSBB Vorstandes brachten sowohl in den Vorbereitungen der Veranstaltung sowie in den Workshops ihre Erfahrungen ein, verdeutlichten noch bestehende Probleme bei der Gewinnung von ehrenamtlich Aktiven, bei der Zusammenarbeit mit professionellen Kräften und der Unterstützung pflegender Angehöriger. Ihre Ideen und Vorschläge trugen dazu bei, optimale Lösungsansätze für die weitere Verbesserung der Pflegesituation zu finden. Bereits jetzt bestehen in Berlin ca. 1.500 ehrenamtliche Angebote im Bereich der Pflege der Pflegeberatung.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion, an der neben Herr Gerstle, Staatssekretär für Soziales, auch je ein Vertreter des Paritätischen Berlin, der Landesfreiwilligenagentur Berlin, der Evangelischen Kirchengemeinde, der Kontaktstelle PflegeEngagement sowie des Kompetenzzentrums Pflegeunterstützung teilnahmen. Im Fokus der Diskussion stand die Frage, welche unterstützende Infrastruktur bürgerschaftliches Engagement im Umfeld von Pflege benötigen wird. Dazu legten die Podiumsteilnehmer ihre Standpunkte dar, wiesen auf noch bestehende Unzulänglichkeiten hin und zeigten Perspektiven auf. Fragen aus dem Kreis der Veranstaltungsteilnehmer an das Podium umfassten ein breites Spektrum. Beginnend mit der nicht ausreichenden Anzahl zur Verfügung stehender Altenpfleger, der geplanten generalistischen Ausbildung von Pflegepersonal über die noch nicht durchgängig funktionierende Zusammenarbeit zwischen Pflegepartnern bis hin zur Weiterentwicklung der Anerkennungskultur für bürgerschaftliches Engagement.

Zum Abschluss der Sonderveranstaltung konnte eingeschätzt werden, dass bürgerschaftliches Engagement in der Pflege durchaus auf Erfolge blicken kann. Angesichts des demografischen Wandels sind jedoch Formen der Selbsthilfe und der aktiven Nachbarschaft weiter auszubauen, der gesellschaftliche Wert von Pflegearbeit beträchtlich zu erhöhen und Rahmenbedingungen den wachsenden Anforderungen anzupassen. Kritisch wurde festgestellt, dass die Anbieter von Pflegeleistungen nicht teilgenommen haben.

Dr. Klaus Sack, Vorstandsmitglied LSBB
   


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