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Gerontologische Salon
16.09.2015, 18:53 Uhr | Kulturküche SPI
 
Nur noch Satt-und-sauber-Pflege, Gartenfest und Heimkino - welche Rollen spielen Politik und Demokratie im Altenheim?
Zum vierten Mal führten der Landesseniorenbeirat Berlin und das Sozialpädagogische Institut „Walter May“ (SPI) am 16.09.2015 den Gerontologische Salon erfolgreich durch. Dessen Thema „Nur noch satt-und-sauber-Pflege, Gartenfest und Heimkino - welche Rollen spielen Politik und Demokratie im Altenheim?“ provozierte und lies deutliche Unterschiede im Alltag von Heimbewohnern erkennen.
Kulturküche SPI - Einerseits gibt es sehr aktive Heimbewohner - andererseits auch solche, die offensichtlich in Ruhe gelassen werden wollen. Eine nicht unwichtige Rolle spielen die Angehörigen der Heimbewohner. Häufig sind sie das Sprachrohr des betreffenden Bewohners, das Wünsche oder Forderungen an die Mitarbeiter/innen bzw. Leitung heranträgt, die dann entweder akzeptiert oder als nicht erwünscht eingestuft werden. Manchmal empfinden Angehörige mit dem Blick von außen jedoch Lebensumstände anders als die Bewohner selbst.

Gerontologischer Salon am 16.09.2015 - Foto: SPI

Die teilnehmenden Leiter/innen sowie Mitarbeiter/innen aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Heimbeiratsmitglieder, Angehörige, Seniorenvertreter/innen aus verschiedenen Bezirken, zukünftige Altenpfleger/innen und ihren Dozent/innen von der Stiftung SPI waren sich einig, dass für ein Leben im Heim das neue Altersbild, das die Ressourcen der Seniorinnen und Senioren in den Vordergrund stellt, unerlässlich sei. Personal- und Fachkräftemangel sowie ökonomische Zwänge lassen aber schon heute geltende Vorschriften wie das Wohnteilhabegesetz oder gelehrtes Altenpflegewissen im gemeinsamen Heimalltag in den Hintergrund geraten. Mehr Aufklärung und sichtbare Informationen im Heim wurden in der Diskussion gefordert.

Auch die Frage, ob trotz mancherlei gesundheitlicher Einschränkungen der Heimbewohner noch Raum für Mitsprache und gesellschaftliche Teilhabe bleibt, wurde unterschiedlich beantwortet. Wie so vieles im Zusammenleben hängt auch die Durchsetzung der Mitwirkungsrechte im Heim von den Menschen ab, die sie wahrnehmen sowie von den gegebenen Rahmenbedingungen. Auch wurde statt Mitwirkung Mitstimmung in der Diskussion gefordert, denn Heime seien Wirtschaftsunternehmen und was für die Mitarbeiter/innen gelte, müsse auch für Bewohner und Angehörige gelten.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein herzliches Dankeschön für die engagierte Diskussion, die Hoffnung gibt, dass das bisherige Leben mit den Möglichkeiten der politischen und sozialen Teilhabe auch mit Umzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung nicht an der Pforte abgegeben wird. Politik und Mitgestaltung gehöre zum Menschsein dazu, so das Fazit des späten Nachmittags, was zur Sensibilisierung aller weitergetragen wird.

Ein großes Dankeschön galt den Gastgebern des Salons, dem berufsbegleitenden Altenpflegelehrgang, für die Vorbereitungen und den köstlichen Finger-Food-Imbiss.

Weiterführende Links
Heimgesetz http://www.gesetze-im-internet.de/heimg/
Stichwort Heimbeirat http://www.heimbeirat.de/
Wohnteilhabegesetz https://www.berlin.de/sen/soziales/berliner-sozialrecht/land/rv/wtg.html

Geschäftsstelle Landesseniorenbeirat Berlin:
Neues Stadthaus - Raum 231
Parochialstr. 3
10179 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo-Di, Do-Fr 9-13 Uhr

Fahrstuhl Fahrstuhl  Eingang über den Parkplatz an der Jüdenstr. (Hinweis: Bitte klingeln. Pförtner öffnet Fahrstuhl.)



Wegen einer internen Veranstaltung ist die Geschäftsstelle am 1.09.2017 geschlossen.