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Arbeitsberatungen des LSBB
16.03.2016, 19:10 Uhr | Sozialwerk Berlin e. V. Käte-Tresenreuter-Haus
 
Aktuelle Situation älterer Geflüchteter im Land Berlin
Schwerpunkt war der Austausch zur aktuellen Situation älterer Geflüchteter in Berlin.
Sozialwerk Berlin e. V. Käte-Tresenreuter-Haus - Zunächst berichtete Frau Dr. Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin Neukölln, über die Situation von Geflüchteten und die allgemeinen Herausforderungen bei der Unterbringung und Integration im Bezirk Neukölln. 
An der folgenden Diskussion zur „Aktuellen Situation für ältere Geflüchtete im Land Berlin" nahmen teil:
  • Herr Michael Räßler-Wolff, Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales - Leiter AG Ehrenamt, Koordinierungsstab Flüchtlingsmanagement
  • Frau Dr. Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin Neukölln
  • Frau Elke Pohl, Referentin beim Beauftragten für Integration und Migration des Senats von Berlin
  • Herr Jan Hambura, Geschäftsstelle Beirat für Zusammenhalt beim Paritätischen
Im Land Berlin galt es in den vergangenen Monaten insbesondere die Notversorgung aller Geflüchteten zu bewältigen. Erst nach und nach werden besonders Schutzbedürftige speziell versorgt. „Wir wissen, dass wenig Ältere unter den Geflüchteten sind. Aber wir wissen auch wenig über sie“, so Herr Michael Räßler-Wolff von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Nur 2.500 Menschen älter als 50 Jahre und darunter 400 Menschen älter als 65 Jahre haben die Berliner Statistiker bislang erfasst. Ein Programm für Ältere sei im neusten Masterplan Integration und Sicherheit des Landes Berlin nicht vorgesehen.

Ältere Geflüchtete kommen häufig in Familienverbünden und fühlen sich im Schutz der Familie sicherer, als sich nach den Strapazen des Krieges und des Hasses im Herkunftsland sowie den Fluchterfahrungen das fremde Umfeld zu entdecken. Die Angst, Gemeinschaftsunterkünfte zu verlassen, sei groß. Sie müssen erstmal ankommen – vor allem auch gedanklich.

Frau Elke Pohl, Referentin beim Beauftragten für Integration und Migration des Senats von Berlin, erinnerte daran, dass in anderen Kulturkreisen die Lebenserwartung – insbesondere in Zeiten des Krieges – niedriger als in Deutschland sei. Oft hätten ältere Menschen in ihren Herkunftsländern andere Rollen in der Gemeinschaft. Die würden sie nach einer Weile auch hier annehmen. Z. B. eine Kleinbäuerin aus Syrien mit dem „grünen“ Daumen gestaltet den Garten ihrer Unterkunft und löst so eine positive Dynamik in der Gemeinschaft dort aus.

In der Diskussion wurden viele Ängste und Sorgen bei den Herausforderungen der Integration im Alltag angesprochen. Vor allem der Bedarf an Unterkünften sei groß. Doch die vielen Älteren, die sich ehrenamtlich für die Geflüchteten engagieren, erleben im Verwaltungshandeln oft Absurditäten, so das Hilfen zum Nachteil der Betroffenen unterbleiben müssen - mit negativen Folgen für das Zusammenleben der Stadtgesellschaft. Die Fachkompetenz der vielen ehrenamtlichen Initiativen wurde angeboten, aber bei der Erstellung des o.g. Masterplanes seitens des Senats nicht angenommen.  Im LSBB wurden flexiblere Sachentscheidungen in Einzelfällen, die Einbeziehung der Stadtteilzentren in die Ehrenamtskoordination, mehr Personal für die Bürgerämter, mehr Häuser für schutzbedürftige ältere Menschen mit pflegerischer und sozialer Begleitung sowie eine Verwaltungsreform für viele praktische Alltagsfragen gefordert.

Im Anschluss wurde neben Berichten von Veranstaltungen und aus den LSBB Arbeitsgruppen dem LSBB Jahrestätigkeitsbericht 2015 zugestimmt sowie der Stand der Vorbereitungen zur Wahl der Vorschlagslisten zur Berufung in die bezirklichen Seniorenvertretung  mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales erörtert.

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