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Standpunkte zur AGH-Wahl 2016
31.08.2016, 08:47 Uhr | LSBB Pressemitteilung vom 31.08.2016
3 Alternsgerechtes Arbeiten
Empfehlungen des LSBB zu vier Handlungsfeldern anlässlich der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin
87.668 Seniorinnen und Senioren* im Alter von 60 Jahren und älter waren Mitte 2015 in Berlin sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Tendenz steigend. Auch die Nachfrage zu Hinzuverdienstmöglichkeiten zur Rente wächst.
„Der Senat von Berlin sollte sich verstärkt für den Mentalitätswandel in Gesellschaft und Betrieben, insbesondere in KMU, einsetzen, um zum einen Chancen auf eine Einstellung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Bereitstellung von alterns- und altersgerechter Arbeitsplätzen zu verbessern und zum anderen den längeren Verbleib im Unternehmen zu sichern“, sagt Regina Saeger, Vorsitzende des Landesseniorenbeirates Berlin  (LSBB): „Auch die Unternehmen müssen auf die längere Lebensarbeitszeit reagieren mit konsequenter Weiterbildung, Investitionen in Mitarbeiterbindung sowie die Leistungsfähigkeit, Kreativität und das Engagement der Beschäftigten auch jenseits der Lebensmitte fördern. Der LSBB sieht den Senat in der Pflicht, hierzu seinen Beitrag zu leisten. Der Senat sollte die Auflegung einer Kampagne für einen langfristigen Verbleib von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Erwerbsleben prüfen, die eine vermehrte Sensibilisierung der Unternehmen zum Ziel hat. Alterns- und altersgerechtes Arbeiten, Erhalt und Stärkung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie lebenslanges Lernen sind wesentliche Voraussetzungen für die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Menschen. Dafür ist eine am jeweiligen Lebensalter orientierte Gestaltung von Arbeit und Arbeitsorganisation ebenso notwendig wie ein präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz. Arbeit ist so zu gestalten, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über das gesamte Erwerbsleben gesund, motiviert, innovativ und produktiv arbeiten können. Zur Verhinderung ggf. drohender Armut im Alter müssen Erwerbstätige ein Einkommen erzielen, das zu einer auskömmlichen Rente
führt, also unabhängig von Transferleistungen macht.  Der Senat sollte sich für die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen zum Erhalt der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzen. Die Flexibilisierung der Arbeit und Arbeitsbedingungen ist gerade für die Älteren von Bedeutung, dazu gehören u. a. Förderung von Altersteilzeitmodellen, schrittweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit ab dem 60. Lebensjahr, Überprüfung von flexiblen Arbeitsplatzteilungen (z. B. Jugend/Alter je 50 %).“ 

* Amt für Statistik Berlin Brandenburg (Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Berlin am 30.06.2015)